Tag Russlands: Russische Musiker treten erstmals auch in Deutschland auf

  • By DRF
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    Jun 16, 2017
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    Anlässlich des russischen Nationalfeiertags am 12. Juni 2017 spielte das Kammerorchester „St. Petersburger Solisten“ im Rahmen des internationalen Kulturprojektes „Tag Russlands in der Welt – Russian Day“ in München ein klassisches Konzert.

    Die Veranstaltung geht auf eine Initiative der russischen Stiftung „Klassika“ zurück, die kulturelle und gesellschaftliche Programme fördert. Bereits zum dritten Mal treten bekannte Musiker am 12. Juni zeitgleich an vielen Orten der Welt auf. Das Projekt „Tag Russlands in der Welt“ organisierte bereits elf Konzerte mit mehr als 1 000 teilnehmenden Künstlern in den USA, China, Israel, Frankreich, Brasilien, Großbritannien, Österreich, Weißrussland und vielen weiteren Ländern.

    In diesem Jahr war das Projekt auch an neuen Orten zu Gast. So traten Denis Mazujew und Jurij Laptew in Begleitung des Staatlichen Akademischen Russischen A.W. Sweschnikow-Chores und des zum ersten Mal an der Veranstaltung teilnehmenden Staatlichen Sinfonieorchesters der Republik Tatarstan in der Schweiz auf. In München wiederum spielte das Kammerorchester „St. Petersburger Solisten“, dass in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert. Unter der Leitung des Dirigenten Michail Gantwarg trat das Ensemble im Münchner Gasteig auf.

    „Deutsche, russische und sowjetische Musik“

    „Im Laufe der letzten drei Jahre, solange das Kulturprojekt existiert, waren wir noch nicht in Deutschland. Dabei ist ein Auftritt in Deutschland für uns von besonderer Bedeutung,“ sagte Jelena Usatsch, Koordinatorin des Projektes. „Es ist ein wichtiger Meilenstein, ein ungewöhnliches Kulturereignis, das mit der russischen und der deutschen Kultur verbunden ist. Deutschland ist in der russischen Wahrnehmung tief als Heimat berühmter Komponisten verankert, die der Welt außergewöhnliche Meisterstücke geschenkt haben.“

    Das Orchester bot den Zuhörern in München ein dementsprechend vielfältiges Programm: Mit Tschaikowskis Serenade, Händels Concerto Grosso, Mozarts Adagio und Schostakowitschs Kammersinfonie wurden sowohl musikalische Werke des Barocks und der Renaissance als auch Klassiker der Wiener Schule sowie Meisterwerke der Romantik präsentiert. Das Programm war nicht zufällig gewählt: „Wir haben die Stücke speziell für den 12. Juni, den Tag Russlands in Deutschland, ausgesucht. Wir wollten, dass im Gasteig deutsche, russische und sowjetische Musik erklingt“, kommentierte Dirigent Gantwarg.

    Das musikalische Programm in München umfasste Werke, die nicht nur verschiedenen Ländern sondern auch verschiedenen Epochen zuzuschreiben sind: Sie reichten von den weitentfernten Höhen der barocken Instrumentalmusik bis hin zum tiefen Farbenreichtum der Moderne.

    Gantwarg ist nicht nur Leiter des Ensembles sondern auch ein festes Mitglied. Immer wieder kommen neue Musiker hinzu – meist Schüler Gantwargs, der als preisgekrönter Violinist bereits unter Juri Temirkanow spielte und bis vor Kurzem Rektor des Sankt Petersburger Konservatoriums war.

    Zuhörer zeigten sich begeistert

    Das Ensemble ist wie eine große künstlerische Familie aus 16 Personen, die im Rhythmus ewiger Melodien und im gemeinsamen Streben nach Kreativität leben. „Ich bin glücklich, mit den Musikern des Ensembles zu spielen. Zum einen, weil es erfahrene Musiker sind, zum anderen, weil sie meine Gleichgesinnten sind, meine Mitstreiter“, ließ der Leiter des Ensembles verlauten.

    Die Zuhörer, unter denen sowohl Deutsche als auch Russen waren, zeigten sich durchweg beeindruckt. „Die Sprache der Musik ist universell, man muss dafür keine Buchstaben lernen. Deswegen besuche ich klassische Konzerte russischer Musiker mit großem Vergnügen, obwohl ich die russische Sprache nicht spreche“, merkte einer der Gäste an. „Hier verstehe ich alles auch ohne Worte. Es ist wirklich gut, dass solche Ensembles nach Deutschland kommen.“

    So ging der dritte „Tag Russlands in der Welt“ zu Ende. Gantwarg selbst schloss mit den Worten: „Genießen Sie öfter klassische Musik. Das ist das Wichtigste.“

    Von Anna Nenko

    Foto: Stiftung Klassika

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